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Streitschlichtung

Verstärkung für das Streitschlichter-Team!

Schon zum zweiten Mal in diesem Schuljahr erhielten interessierte Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich als Streitschlichter ausbilden zu lassen und damit neue Wege der Konfliktbewältigung zu gehen. Auch dieses Mal fuhr die Gruppe auf das Gut Hahnenseifen, wo man für einen geeigneten Rahmen sorgte, in dem das Lernen Spaß macht. Die Schülerinnen und Schüler lernten von Frau Treunowski, ihrer Lehrerin, nicht nur, wie man anderen in Konflikten helfen kann, sondern erfuhren auch viel über ihr eigenes Konfliktverhalten und erlernten neue Strategien der gewaltfreien Konfliktlösung, bei der es keine Verlierer gibt und die Schuldfrage ausgeklammert wird. Auch Kooperationsspiele standen auf dem Programm, um zu erfahren, wie man als Team erfolgreich gemeinsam zum Ziel kommt. Schulhund Hobbit und zwei seiner Rudelmitglieder unterstützten die Schlichter tatkräftig. In den Pausen durften die Schülerinnen und Schüler reiten, den Streichelzoo besuchen oder sich in der Sonne entspannen. Soziales Lernen als wichtiges Ziel unserer schulischen Bemühungen wurde hier für alle erfahrbar.

Friedensstifter mit Zertifikat – die Streitschlichter der Städtischen Realschule Waldbröl

Ärger – Zoff – Streit: Wer kennt das nicht? Wie in allen Bereichen des menschlichen Zusammenlebens kommt es auch an Schulen mitunter zu Streitereien. Oft genügt eine kleine Ursache, dann gibt ein Wort das andere, Beleidigungen fliegen hin und her – und im Nu ist der Streit da. Was nun? Gerade jüngere Schülerinnen und Schüler finden häufig alleine keine Möglichkeit, sich wieder zu versöhnen. Niemand will sich die vermeintliche Blöße geben, den ersten Schritt auf den anderen zuzugehen. Natürlich stehen alle Lehrer der Realschule Waldbröl ihren Schülern als Ansprechpartner bei Problemen zur Verfügung, aber in vielen Fällen empfinden die Schüler diese Lösung nicht als ideal. Manchmal haben sie das Gefühl, ihr Streit „geht die Lehrer nichts an“ oder sie wollen nicht als „Petze“ gelten.
Die Städtische Realschule Waldbröl weist für diese Fälle ein Team von derzeit 22 Schülerinnen und Schülern auf, die ihren Mitschülern als ausgebildete Streitschlichter zur Verfügung stehen. In jeder großen Pause sitzt ein Team von 2 Schlichtern im eigens für diese Zwecke eingerichteten Streitschlichtungsraum. Die Möglichkeit, ihren Streit von einer unabhängigen Instanz schlichten zu lassen, nehmen viele Schüler gerne wahr. Ein wichtiges Prinzip dieser Schlichtungsgespräche besteht darin, keinen „Gewinner“ und „Verlierer“ bei der Beilegung des Streits entstehen zu lassen, sondern den Streit so zu beheben, dass die Lösung für beide Kontrahenten zufrieden stellend ist. Zum Abschluss eines Schlichtungsgesprächs unterschreiben die nunmehr versöhnten Schüler einen Vertrag, der die Ergebnisse der Schlichtung schriftlich festhält. Dass die Streitschlichter über den Gegenstand des Streits Schweigen bewahren, auch den Lehrern gegenüber, ist eine Selbstverständlichkeit.

Im Schuljahr 2013/2014 besteht das 22-köpfige Schlichterteam aus 9 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 10, die sich bereits im 2. Dienstjahr als Streitschlichter befinden, und aus 13 neu ausgebildeten Streitschlichtern aus den Jahrgangsstufen 8 und 9.

In der Vergangenheit fand die Ausbildung zum Streitschlichter in Form einer Arbeitsgemeinschaft statt, die sich einmal wöchentlich für 2 Unterrichtsstunden traf. In diesem Schuljahr aber wurden erstmalig neue Wege beschritten. Die neuen Streitschlichter nahmen vor den Herbstferien an einem 3-tätigen Kompaktseminar teil unter der Leitung ihrer Lehrerin Nicole Treunowski, die eine Zusatzausbildung zum Thema Kommunikation und Konfliktbewältigung absolviert hat. Dazu fuhren die zukünftigen Friedensstifter mit ihrer Lehrerin auf einen Reiterhof, der entsprechende Räumlichkeiten für das Seminar und auch Übernachtungsmöglichkeiten aufwies. In diesem Kompaktseminar wurden die Schüler darin ausgebildet, Konflikte zu verstehen und Konfliktgespräche zu führen und dabei wichtige Prinzipien der Gesprächsführung zu beachten (Wertschätzung, aktives Zuhören). Außerdem wurden sie in den Grundsätzen der Streitschlichtung geschult, mit den Regeln und dem Ablauf der Schlichtung vertraut gemacht und es wurde erarbeitet, wie die Streitschlichtung an der Schule organisiert werden soll (Besetzungsplan des Streitschlichtungsraums). Die Themen wurden in Gruppen erarbeitet und es kamen mehrfach Rollenspiele zum Einsatz, die das Einfühlen in eine bestimmte Situation erleichtern sollten.
Obwohl an den 3 Tagen intensiv gearbeitet wurde, kam auch der Spaß nicht zu kurz und die Schüler waren mit einer solchen Begeisterung bei der Sache, dass sie sogar an Essenspausen erinnert werden mussten. Sowohl die neu ausgebildeten Streitschlichter als auch ihre Lehrerin Frau Treunowski empfanden das Seminar als äußerst positiv und gewinnbringend. Allen Teilnehmern wurde ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an der Ausbildung zum Streitschlichter ausgehändigt. Dieses Zertifikat ist sicher auch bei späteren Bewerbungen nützlich – welcher Betrieb möchte schließlich nicht Mitarbeiter beschäftigen, die eine spezielle Schulung zur Konfliktbewältigung absolviert haben?

Für die Zukunft ist geplant, dass nicht nur die diensthabenden Streitschlichter in den Pausen in ihrem Raum anzutreffen sind, sondern dass auch alle anderen Schlichter mit Westen ausgestattet werden, die sie für ihre Mitschüler als Streitschlichter kenntlich machen. Als „Schulhofscouts“ sollen sie in den großen Pausen als Ersthelfer bei Streitigkeiten zur Verfügung stehen, bevor die eigentliche Schlichtung stattfindet. Zudem wird das Team um eine Gruppe Medienscouts erweitert, die ihre Mitschüler über die Möglichkeiten und Gefahren der Medien aufklären sollen und erste Ansprechpartner bei Problemen sein können. Untersuchungen haben deutlich gemacht, dass der Ansatz der „Peer-Education“ auch bei der Medienerziehung besonders hilfreich ist.